Kategorie: Erzgebirge

Wald- und Wiesen-Abenteuer Waschleithe

Wald- und Wiesen-Abenteuer Waschleithe

Hier geht‘s zur Tour: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/erzgebirge/wald-wiesen-abenteuer-waschleithe/227731112/#dmdtab=oax-tab2

Der Herbst kommt über das Land und Anja und ich hatten das große Bedürfnis, die gestrigen, sonnigen Stunden ausgiebig zu nutzen. Unsere Wandertour-Vorgaben waren klar: hundefreundlich, einsam, durch Wald und über Wiesen, maximal 10 km und bloß nicht zu weit weg, um anzufangen.

Schon lange reizte uns die Gegend um den Schatzenstein und den alten Bahndamm von Zwönitz nach Scheibenberg, sahen wir doch immer wieder auf der Straße die alten Brückenfeiler der Bahn zwischen Grünhain und Elterlein.
Also schnappten wir uns kurzerhand die digitale Karte bei Outdooractive und planten unsere eigene kleine Rund-Tour. Wir hatten keine Ahnung, ob sie auch begehbar ist, waren doch einige Wege als gestrichelte Versuchspfade markiert.

Karte: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/erzgebirge/wald-wiesen-abenteuer-waschleithe/227731112/#dm=1&dmdtab=oax-tab2

Die Tour begann zwischen Grünhain und Elterlein, oberhalb des Oswaldbachs auf der Grünhainer Straße. Wir folgten dem alten Bahndamm, vorbei an alten Bahnpfeilern, felsigen Abhängen durch einen herbstlich-sonnigen Erzgebirgswald.

Wir überquerten große Lichtungen und Wiesen, die einen traumhaften Blick auf den Scheibenberg, das Oberbecken Markersbach und sogar den Fichtelberg boten.

Entlang der Rückseite des Waschleither Natur- und Wildparks wanderten wir in die Ortsmitte zum Hotel Osterlamm und überquerten dort die Straße, um erneut in den erzgebirgischen Wald einzutauchen.

Hier zeigte uns der Pförtelsteig, warum er seinen Namen trug. Wir nahmen schnaufend die 200 Höhenmeter und freuten uns, bald den Röhrenweg erreicht zu haben. Diesem folgten wir bis zu einem Punkt, den wir auf unserer digitalen Karte ausersehen hatten.

Hier wurde es nun recht abenteuerlich, verjüngte sich der Waldweg doch zu einem schmalen Pfad, dem sich einige steile Abstiege, die Kreuzung der Oswaldtalstraße und die Querung einer kleinen, versteckten, schmalen Brücke über den Oswaldbach anschlossen.

Doch damit nicht genug, unser auserdachter Weg führte uns einen steilen Pfad hinauf, an den ehemaligen Brückenpfeilern vorbei, zurück auf den alten Bahndamm. Das war eine rutschige Angelegenheit, hatte es doch gestern die ganze Zeit geregnet.

Wir sind wohlbehalten wieder angekommen und unser Fazit zur Tour: eindeutig empfehlenswert für alle, die Lust auf Abgeschiedenheit, erzgebirgische Naturidylle, traumhafte Ausblicke und Abenteuerlust haben.

Unser Tipp: Wem der letzte Streckenabschnitt zu anspruchsvoll ist, der kann den Röhrenweg bis zur Oswaldtalstraße gehen und dann der Straße zurück zum Ausgangspunkt folgen.

Schwarzwald-Seensteig: Etappe 5 – Von Schönmünzach zurück nach Baiersbronn

Schwarzwald-Seensteig: Etappe 5 – Von Schönmünzach zurück nach Baiersbronn

40 Shades of Green

So und nicht anders beschreibt sich unsere letzte Etappe. Denn wir alle wissen, dass das berühmte Lied von Johnny Cash, genau das ist, woran ihr auch gerade gedacht habt …

Aber Spaß beiseite: wir starteten heute bei schönstem Sonnenschein in Schönmünzach. Natürlich ging es erst mal mit dem besagten Aufstieg los. Es war steil, es war heiß, es war feucht, aber es war okay. Heute hatten wir gut vorgesorgt, mit Kopfbedeckung und Sonnencreme.

Der Ort lag malerisch hinter uns und sagte uns auch wieder sehen. Vor uns erstreckte sich wieder der wunderschöne Schwarzwald.
Gleich nach dem ersten Stück anstrengenden Aufstieg erwartete uns eine herrliche Wiese, auf der wir einfach eine kurze Rast machen mussten, bot sie doch eine hölzerne Liegefläche und einen herrlichen Ausblick. Außerdem hatten wir heute mit Zecken zu kämpfen. Vor allem Diego, der musste regelmäßig untersucht und davon befreit werden.

Weiter ging es bergauf, zum Glück immer durch den schattenspendenden Schwarzwald. Das Sonnenlicht brach sich herrlich durch die grünen Blätter, immer wieder faszinierten uns die verschiedenen Grüntöne. Da heute Samstag war, meinten wohl alle Schwarzwald-Bewohner, sie müssten heute mähen. Von überall her waren die Rasenmäher zu hören, leise zwar, aber deutlich. Und je näher wir einer Siedlung kamen umso heftiger wurde das Schniefen und Schnäuzen von Luise. Der Heuschnupfen hatte heute ganz schön zugeschlagen. Das war aber nichts, was ein Päckchen Taschentücher und ein paar Tabletten nicht regeln konnten.

Auch sonst war heute ganz schön viel los. Wir trafen viele Wanderer, manche begleiten uns fast das ganze Stück bis nach Baiersbronn. Je nach Pause trafen wir uns öfters wieder. Das ist halt so am Wochenende.

Nachdem sich der Wald gelichtet hatte, ging es voller Ausblicke weiter auf einer Forststraße. Noch immer ging es bergauf, aber es war nicht mehr so steil und der Weg war mit Erdbeeren übersäht. Genau das richtige für uns Genusswanderer.

Schließlich erreichten wir unser erstes zwischen Ziel, den Huzenbacher See. Er liegt traumhaft in einem Talkessel, obwohl wir die ganze Zeit bergauf gegangen sind. Die Seerosen sind gerade in der Blüte gewesen, also lohnt es sich eine lange Verschnaufpause doppelt. Es war Zeit für ein paar Bilder.

Aber auch die schönste Pause geht einmal vorbei, und unser Blick blieb sowieso am Berg gegenüber des Sees hängen. Wir wussten, dass wir den heute noch besteigen mussten. Und so sattelten wir unsere Rucksäcke und gingen ein Stück am See entlang, bis er schließlich in einen kleinen Trampelpfad mündete, der abenteuerlich zum Gipfel führte. Im Reiseführer stand, dass bei viel Wasser und Regen der Pfad zum Bachlauf wird. Zum Glück war es nicht ganz so schlimm, denn unser Ziel – trockene Füße – wollten wir heute nicht aus den Augen verlieren. Positiv daran war allerdings, dass wir unsere Wasserflaschen auffüllen konnten. Bei dem ganzen Bergaufgelaufe wird man nämlich ganz schön durstig.

Außerdem säumten Blaubeer-Sträucher unseren Weg, und die waren so hoch, dass wir einfach im Vorbeigehen die blauen Früchte abzupfen konnten. Heute waren sogar welche reif und süß.

Oben angekommen erwartete uns eine wunderschöne Hochebene, beim Blick auf die Seite erwartete uns ein lustiger Kollege, der sich später als Schmetterling entpuppte.

Hier kamen wir auch endlich zum Ausblick auf den See. Es war Zeit für eine erneute Rast, ein paar schöne Fotos, und einen weiteren Schluck aus der geliebten Wasserflasche.

Der Weg führte weiter durch ein wunderschönes Hochmoor, und dann zum Wohl schönsten Stück Bergab, was wir auf der ganzen Tour gelaufen sind. Moose, Farne, Bäume, Büsche, Blumen, Gräser, alles, was die Natur in Grün zu bieten hatte, war hier zu finden. Wir genossen den Abstieg, wurden leider manchmal von sehr lauten und gesprächigen Wanderern unterbrochen, aber wir ließen sie einfach vorbei und tauchten dann wieder in die faszinierende und wunderschöne Klangwelt des Schwarzwalds, voller Vogelgesang, Blätterrascheln, Bachrauschen und sanftem Wind.

Wir folgten über 500 Höhenmeter dem Tonbach, einem malerischen Bachlauf. Hier wurden auch wissenswerte Tafeln über den Schwarzwald und seine Besiedlung aufgestellt. Da die Kilometer und die Zeit schon fortgeschritten waren, machten sich unsere Beine so langsam bemerkbar. Den Vortag hatten sie sich auch irgendwie noch gemerkt. So waren wir froh, als wir schließlich im Ort Tonbach ankamen und dort eine lauschige Liegewiese vorfanden. 20 Minuten Pause mussten einfach sein. Außerdem wollten wir noch nicht so recht wieder in die Zivilisation, denn der Wald mit seiner faszinierenden und beruhigenden Stille hatte uns so ganz gefangen genommen.

Aber alles hat ein Ende, das wissen wir ja, und so ging es schließlich rund um den Rinkenberg unserem letzten Ziel – Baiersbronn – dem Ausgangspunkt der Wandertour entgegen.
Noch einmal zeigte sich der Wanderhimmel Baiersbronn von seiner schönsten Seite, schenkte uns ein Panorama nach dem nächsten. Die Blaubeeren wurden noch dunkler und saftiger, aber der Wunsch nach dem Beine-Hochlegen wurde auch immer lauter.

Der letzte Abstieg ins Tal machte uns alle ein bisschen wehmütig. Außerdem war das der letzte Rest, den unsere Beine noch gebraucht hatten, denn der Weg war asphaltiert und nicht mehr so schön federnd wie der geliebte Schwarzwald-Waldboden. Wir eilten zum Auto, stöhnten erleichtert auf, als wir auf den Sitzen angekommen waren, und freuten uns auf eine erfrischende Dusche und ein leckeres Abschluss-Abendessen im Hotel Falken.

Wir sind heute 25 km gewandert, davon 630 Hm bergauf gestiegen und 557 Hm bergab gelaufen.

Schwarzwald-Seensteig: Etappe 4 – vom Mummelsee nach Schönmünzach

Schwarzwald-Seensteig: Etappe 4 – vom Mummelsee nach Schönmünzach

🎶 Oh happy day 🎶 Ein schöner Tag 🎶 Don‘t worry, be happy 🎶 What a beautiful day 🎶 (Ihr könnt das einfach fortsetzen … 😁)🎶

Endlich – endlich scheint die Sonne hier im Schwarzwald! Wir hatten eine wunderbare ruhige Nacht im Berg Hotel Mummelsee, überhaupt war hier alles einfach wunderbar. Wir wollten gar nicht mehr so richtig los. Das Frühstück war grandios, die letzte Runde um den See auch. Aber wir mussten weiter, heute ging es Richtung Schönmünzach.

Die Sonne lachte uns ins Gesicht, ein paar Wolkenberge schoben sich noch vorbei, aber die konnten uns mal. Es ging los mit einem ordentlichen Anstieg auf die Hornisgrinde. Der Steig war steil, aber wir waren einfach nur ausgelassen und glücklich, denn das Wetter war einfach phänomenal und die Sicht begeisterte uns.

Oben angekommen genossen wir den Ausblick, und drehten dann die Runde auf dem Rundweg Hornisgrinde durch das beeindruckende Hochmoor. So richtig Lust zum Absteigen hatten wir nicht, denn was man hinunter geht, muss man auch wieder hinauf gehen, aber der Weg verlief nun mal so und bis jetzt wurden wir ja nicht enttäuscht.

Heute ging es viele Kilometer durch die Kernzone des Nationalparks Schwarzwald und den Bannwald. 3 km wanderten wir auf dem Höhenweg entlang, aber der war so zugewachsen, dass man nicht viel vom Ausblick hatte. Brauchten wir auch nicht, der Wald war schön genug. Natürlich waren der ein oder andere Pfad immer noch feucht oder sogar von Pfützen bedeckt, aber unsere Füße sind größtenteils trocken geblieben. Eine neue Erfahrung in diesem Urlaub!

Nach ausgiebigen Pausen an wunderschönen Aussichtspunkten, ging es weiter über Stock und Stein, viel bergauf und bergab, bis wir schließlich am Schurmseeblick ankamen. Dort folgte ein steiler Abstieg bis hinunter zum See, an dem wir noch einmal innehielten und den sommerlichen Tag genossen.

Von hier waren es nur noch wenige Kilometer bis Schönmünzach.
Dass wir heute viel länger gewandert sind, haben wir deutlich gespürt. Die Beine sind jetzt etwas schwerer, die Haut etwas röter, denn wir haben natürlich die Sonne unterschätzt. Glücklich und kaputt sind wir im FlairHotel Sonnenhof angekommen. Leider kann es so gar nicht mit dem Berghotel Mummelsee mithalten, aber wir wurden eben gestern total verwöhnt.
Morgen steht die letzte Etappe an – das Beste kommt zum Schluss. 😂

Unsere Strecke heute: 25 km mit 405 m Aufstieg und 1050 m Abstieg.

Schwarzwald-Seensteig: Etappe 3 – vom Schliffkopf zum Mummelsee

Schwarzwald-Seensteig: Etappe 3 – vom Schliffkopf zum Mummelsee

Von Wolkenbergen, Märchenwäldern und Mummelkönigen

Dass wir auch heute nicht von nassen Füßen verschont bleiben würden, wurde uns schon beim morgendlichen Blick aus dem Fenster klar. Der Schliffkopf hatte sich immer noch nicht freigenebelt. Und so blieb auch der Blick vom Balkon aussichtslos.

Wir zögerten das Frühstück so lange wie möglich hinaus. Das war auch keine Kunst, denn es war wirklich lecker im Hotel Schliffkopf. Aber irgendwann mussten wir raus und los und da war immer noch der Nebel präsent. Also packten wir uns wieder ein und stiefelten etwas mutlos den Schliffkopf-Rundweg entlang.

Auch heute hatten wir große Hoffnung, dass es besser werden würde. Schließlich hatten der Wetterbericht und das Regenradar uns Positives vorhergesagt. Am „Hübschen Platz“ entschieden wir uns, die etwas längere Route zu nehmen, sie sollte ja besonders schön und wild durch den Schwarzwald führen.

Der Weg führte uns zum Kaisersteigle, einem wild-romantischen Waldpfad, der uns komplett den Atem verschlug. Der Nebel stieg wie im Märchen geheimnisvoll den Hang hinauf, hüllte uns ein, zog vorbei, und machte den Blick auf einen atemberaubenden Schwarzwald frei. Dann kam wieder der Regen, durchtränkte uns, zog vorbei, wieder Panorama. Dazwischen knallrote Wald-Erdbeeren, grüne und teilweise schon blaue Blaubeeren, regengetränkte Blaubeer-Sträucher, die uns diesmal auch bis zu den Oberschenkeln einweichten.

Es war ein Auf und Ab zwischen traurig sein, fasziniert sein, glücklich sein, frustriert sein. Dazwischen gab es Passagen, in denen man meinte, endlich wieder getrocknet zu sein. Im nächsten Moment wurde man eines Besseren belehrt, streifte man doch einen nassen Strauch, trat in eine Pfütze, oder bekam das Wasser von den Blättern der Bäume von oben ab. Aber immer wieder wurde man vom Schwarzwald entschädigt, mit einem Blick auf grüne Wälder, saftige Sträucher und Büsche, knallrote Erdbeeren und manch andere faszinierende Farbe im Wald.

Schließlich kamen wir zu dem Weg-Abschnitt, der heute in der Karte als nicht mehr begehbar gekennzeichnet wurde. Das haben wir erst gesehen, als wir am Hotel ankamen. Gemerkt haben wir es aber schon, denn es war nicht nur nass und eng, sondern ab und zu gab es ein paar Passagen, bei denen man wirklich gut hinschauen musste, wo man seinen Fuß hin setzte. Für uns war es ein Abenteuer und einfach nur wunderbar – wie im Märchenwald.

In Ruhestein angekommen erwartete uns ein Aufstieg, der es in sich hatte. So langsam wollten wir uns auch über unsere Lunchpakete hermachen. Leider gab es hier keine Hütte und die Wolkenberge verfolgten uns noch immer, verschlangen uns, und verschwanden dann wie von Geisterhand. Ganz oben haben wir schließlich eine Bank gefunden, die nicht auf der Wetterseite des Berges war. Diego haben wir zwischen uns gesetzt, damit er sich ein bisschen aufwärmen kann. Es ist eben nicht dasselbe, eine Pause im feuchten Nebel machen zu müssen, anstatt in der strahlenden Sonne des 1. Julis.

Vom Ruhestein ging es durch den Nationalpark über wunderbar angelegte Wanderwege. Auch hier wurden wir immer wieder vom Nebel eingehüllt, dann kamen wieder kurze Sequenzen freie Sicht. Den Atem hat es uns dann aber am Aussichtspunkt Orkan-Lothar geraubt. Als wollte sich der Schwarzwald mit uns versöhnen, riss plötzlich die dicke Nebeldecke auf. Der Blick auf das Tal vor uns wurde frei, wurde weiter, noch weiter … und schließlich sahen wir sie – die überall angepriesenen Schweizer Alpen. Es war wie ein Märchen, atemberaubend, irgendwie unreal, einfach wunderschön. Auch wenn wir vollkommen durchnässt waren, mussten wir einfach für einen Moment am Aussichtspunkt halt machen und das Natur-Schauspiel genießen. Es sollte nur wenige Momente dauern, bis der Nebel wieder die Sicht verschlossen hatte, aber es war einfach nur wundervoll.

Nun folgten immer wieder kurze Passagen, in denen wir einen Blick auf das Tal erhaschen konnten. Der Weg wurde irgendwie leichter, das Hotel rückte näher, die nassen Klamotten störten ein bisschen weniger und der Tag wurde irgendwie besonders.

Circa 2 km vor dem Hotel verliefen wir uns noch mal ein Stück, aber das war nicht ganz so schlimm. Nach einem Aufstieg von 200 Höhenmetern erreichten wir zuerst eine kleine Kirche, deren kunstvoller Bau uns sehr beeindruckte. Und gleich danach kam das Hotel. Endlich!

Wir sind heute im Berghotel Mummelsee. Hier soll es den sagenumwobenen Mummelkönig geben, den wir vielleicht heute nach dem Abendessen noch einmal zu Gesicht bekommen. Ansonsten muss Ben als König herhalten. Mummelig ist es hier auf jeden Fall. Wir können das Hotel nur empfehlen – es ist einfach nur wunderschön. Unser Blick geht direkt hinaus auf den Mummelsee. Für uns ist es bis jetzt die allerschönste Unterkunft dieses Schwarzwaldtrips.

Für uns war die dritte Etappe bis jetzt die schönste, die aufregendste, die emotionalste, die empfehlenswerteste. Ab morgen soll dann auch endlich das Wetter besser werden, aber das haben wir schon gesehen, schließlich hat der Himmel heute aufgerissen und die Wolkenberge sind davon gezogen. Was für ein erfüllter und wunderschöner Wandertag!

Schwarzwald-Seensteig: Etappe 2 – von Mitteltal zum Schliffkopf

Schwarzwald-Seensteig: Etappe 2 – von Mitteltal zum Schliffkopf

Regen, Nebel, schwarze Füße

Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber auch sie ist heute Morgen wieder mal kläglich verreckt. Beim Blick aus dem Zimmer Fenster erwartete uns Regen, Nebel und trübes Wetter. Wir hofften, dass es nach dem Frühstück noch etwas besser werden würde, aber auch diese Hoffnung wurde nicht erfüllt. Zum Glück gab es gleich in der Nähe ein Sportgeschäft, was uns zumindest mit neuen Regencapes versorgte.

Ein bisschen wie die Vier von der Müllabfuhr, sogar der Diego musste einen Umhang tragen. Nachdem er gestern so schrecklich gefroren hat, war es die beste Alternative, und der störte ihn zum Glück überhaupt nicht.

Frohen Mutes nahmen wir den Seensteig ab Wildgehege Mitteltal wieder auf. Die Hirsche im Wildgehege nahmen vor uns reißaus, also ging es zügig weiter bergauf. Da es sowieso aus Eimern goss, hatten wir gar keine Lust, irgendwo zu verweilen.

Das soll jetzt natürlich nicht so klingen, als wäre es uns schlecht ergangen. Auch heute zog uns die faszinierende Natur in ihren Bann. Das saftige Grün des Waldes wurde durch den Regen nur noch mehr verstärkt, geheimnisvolle Nebel stiegen auf, nahmen uns gefangen und zogen weiter bergauf.

Wir hätten gern an der ein oder anderen Stelle verweilt, aber wenn man so schnell nass von oben und unten wird, sieht man eher zu, dass man noch einen Schritt zulegt.

Zweimal kreuzten wir die B5000, die Schwarzwald-Hochstraße, immer unser Ziel vor Augen – die Zuflucht, ein Sporthotel, was hoffentlich auch einen heißen Kaffee in einer Gaststätte für uns bereithalten würde.

Die Nebel wurden mit jedem Schritt dichter, die Pfützen tiefer, die Füße nasser, die Launen schlechter. Diegos Provisorium hielt auch nicht mehr das, was es versprochen hatte. Er zitterte mittlerweile am ganzen Leib. Uns ging es nicht anders. Der Wind pfiff auf der Hochstraße, uns wurde bitterkalt.

Die Zuflucht wurde für uns eine wahre Zuflucht, es gab heißen Kaffee und sehr leckere Germknödel. Gegenüber entdeckten wir auch die Haltestelle für den Bus, der uns bis zu unserem Hotel am Schliffkopf bringen würde. 12 km hatten wir heute schon hinter uns, 7 weitere sollten es bis zum Hotel sein. Nennt uns Weicheier, aber das wollten wir uns jetzt wirklich nicht mehr antun. Diego war mittlerweile so durchgefroren, dass er am ganzen Leib zitterte. Der wurde kurzerhand in Bens Bauchtasche gesteckt.

Das Hotel Schliffkopf ist wunderschön, liegt auf 1025 m Höhe und bietet bei gutem Wetter sicher einen atemberaubenden Blick über den Schwarzwald. Vielleicht haben wir morgen das Glück, diesen auch genießen zu dürfen. Bis dahin genießen wir die Annehmlichkeiten des Hotels. Eine heiße Dusche, eine noch heißere Sauna, leckeres Essen, Entspannung pur – ein traumhaftes Hotel in traumhafter Lage.

Nur einen Wermutstropfen gibt es noch: Wie kriegt man wohl die Farbe von den Füßen, die sich durch das lange Laufen in nassen Schuhen von den Socken abgelöst hat? 😂

Das ist NACH dem Duschen!
Schwarzwald-Seensteig: Etappe 1 – Von Baiersbronn nach Mitteltal

Schwarzwald-Seensteig: Etappe 1 – Von Baiersbronn nach Mitteltal

Zeit für ein neues Abenteuer. Dieses Mal hat es uns in den Schwarzwald verschlagen. Und dieses Mal sind wir auch nicht zu dritt, sondern zu viert. Luises Mann Benjamin macht das Quartett voll.

Nach den ernüchternden Erfahrungen im Harz, waren wir gespannt, wie sich uns der Schwarzwald präsentieren würde. Als wir von der Autobahn abfuhren, erwartete uns ein großes Donnerwetter. Es goss in Strömen und wir schafften es gerade so ins Hotel, ohne nass zu werden. Unsere erste Unterkunft war das Gasthaus Falken in Baiersbronn, ein sehr gepflegtes, sauberes und gemütliches kleines Gasthaus mit drei Sternen. Unser Abendbrot nahmen wir im Schaukelpferd ein, eine Wein und Bierstube mit einer kulinarisch vielfältigen Karte. Sehr zu empfehlen.

Am nächsten Morgen starten wir in Richtung Mitteltal. Die Sonne hatte sich wieder heraus getraut, der Regen war verschwunden und wir bekamen einen eindrucksvollen Blick auf die schwarzen Wälder des Schwarzwaldes, nebelumrankt, regengetränkt, funkelnd und glitzernd im Sonnenlicht.

Unsere Route verläuft entlang des Seensteigs. Dieser ist hervorragend ausgeschildert. Auch der Wanderweg ist einfach nur ein Vergnügen, entweder geht es durch Wälder auf samtweichem Waldboden oder aber auf wunderbar gepflegten Wegen. Überall stehen kleine Bänke oder es gibt liebevoll angelegte Ausruhplätze, an denen man die Füße hochlegen und seine Brotzeit genießen kann. Weite Blumenwiesen erfreuen das Auge.

Aus dem beliebten Baiersbronn führte uns der Seensteig entlang des Sankenbachs in Richtung des Sankenbachsees. Da bot sich uns ein eindrucksvoller Anblick. Das Wasser lag noch still, es spiegelte den dunklen Wald und lud zum Verweilen ein. Das taten wir auch. Ein paar Mitwanderer trauten sich sogar in das kühle Nass.

Weiter ging es zum alpinen Aufstieg entlang des Sankenbachwasserfall. Mit genug Trittsicherheit war das aber kein Problem. Auch hier zeigte sich uns der Schwarzwälder Wald in all seiner grünen Pracht. Jede Kurve zeigte neue Naturschönheiten, jeder Anstieg wurde mit weiteren Ausblicken belohnt.

Oben angekommen ging es sanft in Richtung Elbachseeblick, einer wagemutig gebauten Plattform über dem Schwarzwald, von der man weit ins Land hinein schauen kann. Hier zogen leider die ersten schwarzen Wolken auf. Deshalb gestaltete sich unsere Rast hier eher kurz, bis die ersten Donnerschläge uns zum Aufbruch ermahnten.

Wir stiegen in einem zügigen Tempo hinab zum Elbachsee, bis zur Elbachseehütte. Hier suchten wir Unterschlupf vor dem Wetter, denn das Gewitter hatte uns eingeholt und donnerte über uns in unsagbarer Lautstärke. Ein Sturm war aufgezogen, die Bäume wogen sich bedrohlich, und der Regen peitschte an uns vorbei. Das erste Mal auf einer Wanderung brauchten wir eine Schutzhütte, und wir waren froh, dass wir rechtzeitig an der Elbachseehütte angekommen waren.

Nach einer halben Stunde trauten wir uns wieder hinaus. Anja und Luise zogen ihre Regencapes über. Ben vertraute auf den Regenschirm. Die restlichen 5 km ließen uns aber leider nicht trocken. Wir stiegen zügig hinab bis nach Mitteltal, vorbei an der beeindruckenden Elbachtanne, die wir nur eines kurzen Blick würdigten und weiter in Richtung trockene Unterkunft wanderten.

Unser Ziel war das Hotel Ödenhof. Völlig durchweicht, aber glücklich, kommen wir hier an. Es gab schließlich nichts, was eine heiße Dusche und ein Aufenthalt in der Saunalandschaft nicht wieder hinbiegen würde.

Fazit der 1. Etappe im Schwarzwald: traumhafte Landschaft, freundliche Menschen, ausgezeichnetes Wegenetz, wunderbare Einkehrmöglichkeiten – eindeutig zu empfehlen.

Rundwanderung Bermsgrün – 5 km

Rundwanderung Bermsgrün – 5 km

Du magst lieber einen Videobericht? Haben wir auch! Hier kannst Du ihn Dir anschauen: https://youtu.be/XXATgvjwvsc

Klein aber fein, so gestaltet sich der Rundwanderweg um Schwarzenbergs Ortsteil Bermsgrün. Gestartet sind wir bei herrlich sonnigem Winterwetter an dem Parkplatz „Gemeinde- und Stückerstraße“, an dem man auch gleich Rast machen kann, sollte man ihn von einer anderen Tour her anlaufen.

Hier gibt es auch gleich das erste Schild zum Rundwanderweg. Wir folgten den Wanderwegweisern in Richtung Sonnenhotel Hoher Hahn und liefen gleich erst mal viel zu weit.

Man muss aufpassen, dass man vor dem Abzweig zum Hotel nach links abschwenkt und dann unterhalb des Hotels auf einem Waldweg weitergeht. Wenn man es weiß, sieht man auch die Hinweisschilder.

Der Waldweg läuft sich wunderbar, sieht man doch immer wieder die weiten Wiesen zur linken oder den erzgebirgischen Wald zur rechten Seite.

Nach ein paar Metern hat man schließlich auch die Gelegenheit, einen kleinen Schwenk nach Rechts zu einem Aussichtspunkt zu machen.

Wir nutzten die Gelegenheit und landeten nun oberhalb des Hotels direkt am Ski- und Rodelhang mit einem fantastischen Blick zum Spiegelwald und nach Schwarzenberg. Im Sommer kann man hier bestimmt herrlich auf der Bank sitzen und sinnieren.

Wir nahmen uns die Zeit aber nicht, sondern gingen frischen Schrittes weiter, zurück zum Aussichtspunkthinweis und dann den Schildern des Rundweges nach.

Nach ein paar intensiven Tobereien mit Diego (Er liebt es, in einem Affenzahn durch den Schnee zu rennen und ein bisschen zu kampeln.) lotste uns der Weg durch den malerischen Wald bis zum „Hochbehälter“ und dann weiter aus dem Wald heraus.

Hier bot sich erneut ein atemberaubendes Panorama, was sich mit jedem Schritt noch weiter auftat. Neben dem Spiegelwald und Schwarzenberg, konnten wir an diesem wundervollen Nachmittag bis Annaberg, zum Oberbecken und sogar bis zum Fichtelberg schauen.

Ab hier ging es ein Stück abwärts und in Richtung Bermsgrün. Wir waren nicht ganz so aufmerksam bei den Rundweg-Hinweisschildern, aber ein bisschen was muss ja auch noch für Euch übrig bleiben, nicht wahr? Man erfährt auf der Strecke durch den Ort vieles über die Bergbaugeschichte, das Leben zu früheren Zeit und wie die Menschen ihre alltäglichen Aufgaben erledigten.

Der Weg durch den Ort geht entlang kleinerer und größerer Straßen, ist aber gut begehbar, denn es fahren kaum Autos bzw. läuft man sowieso auf dem Fußweg.

Unser nächstes Ziel war die Bermsgrüner Kapelle. Auf der Seite der St. Georgenkirche Schwarzenberg, zu der die Kapelle gehört, heißt es:

„… Aus den Akten der Kirchgemeinde ist zu entnehmen, daß die Bermsgrüner Gemeindeglieder in großer Treue und stattlicher Zahl zu den Gottesdiensten nach Schwarzenberg pilgerten. Zur besseren geistlichen Betreuung, insbesondere der älteren Gemeindeglieder, für die der Weg zu beschwerlich wurde, entschloß man sich zum Bau einer Kapelle. Am 11. August 1929 wurde die Kapelle Bermsgrün geweiht.“

Ein kleines Stück folgten wir noch der Straße und kamen schließlich an ein weiteres Hinweisschild, dass uns erklärte, dass wir gerade auf der früheren „Peststraße“ unterwegs seien. Für Erheiterung sorgte der Ausdruck „Sack“ für einen früheren Ortsteil. Anja konnte es nicht lassen und sagte mir liebevoll „Heute gehst Du mir ganz bestimmt nicht auf den Sack.“

Schlechte Witze finden wir spitze und so bogen wir kichernd nach Rechts ab, wo wir den steilen Aufstieg zum Parkplatz in Angriff nahmen.

Hier gibt es übrigens die Möglichkeit, auch geradeaus weiter zu gehen und die komplette Wanderrunde zu gehen, wie man sie auch in Outdooractive auf der Karte nachvollziehen kann. Wir haben uns komplett auf die Beschilderung im Dorf verlassen und damit entging uns sicher noch ein Stück wunderbarer Wald- und Wiesenweg rund um die Hansenmühle.

Immer der Gemeindestraße nach bergauf gingen wir zurück in Richtung Sonnenhotel Hoher Hahn.

FAZIT: Der Rundwanderweg Bermsgrün ist ein schöner, leichter Spaziergang mit vielen herrlichen Aussichtspunkten und abwechslungsreichen Wegabschnitten. Der Wald- und Wiesenweg ist traumhaft und auf den Spuren der Bermsgrüner Vorfahren zu wandeln ist ein besonderes Highlight, wenn man im Dorf unterwegs ist. Leider ist die Beschilderung teilweise irreführend – aber man kommt auf jeden Fall wieder da an, wo man gestartet ist.

Hier ist noch der Link zur Wanderroute bei Outdooractive: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/erzgebirge/rundwanderweg-bermsgruen/21280842/

Weihnachtliches Seiffen – 13 km durch Nebel und Licht

Weihnachtliches Seiffen – 13 km durch Nebel und Licht

Du magst lieber eine Videoversion der Wanderung? Dann klick hier in unseren YouTube-Kanal: https://youtu.be/f5Yh6gPipr0

Stille, undurchdringlicher, weißer Nebel, kalter Wind und winzige Wassertröpfchen. Seiffen hieß uns mit kaltnassem Winterwetter willkommen. Kein Grund für Anja und mich, traurig zu sein, hatten wir uns doch ein bisschen Abgeschiedenheit und Ruhe nach den hektischen und leider viel zu besinnungslosen (statt besinnlichen) Weihnachtstagen gewünscht.

Erfüllt wurde uns dieser Wunsch in erster Linie durch das wundervoll ruhige Hotel Wettiner Höhe, das ganz nah am Seiffener Kurort liegt und trotzdem so weit davon entfernt ist, dass man ganz für sich sein kann.

Doch allein mit Ruhe war es uns noch nicht getan – wir wollten Wandern, denn das ist neben Ausruhen unsere zweitliebste Beschäftigung, wenn wir schon mal zusammen Urlaub haben. Also suchten wir uns bei Outdooractive eine empfohlene Route aus – „Rund um Seiffen und den Schwartenberg“, eine Tagestour von 13 km Länge entlang dem Kammwegabschnitt 09.

Wir starteten gegen Mittag, voller Hoffnung, dass der Nebel sich vielleicht lichten würde. Tat er aber nicht! Und da nur die Harten in den Garten kommen, sind wir mit den Worten „Wir sind so hart und so toll und so super!“ frohen Mutes losgelaufen. Herrlich, wenn die Lust am Wandern über die nicht ganz so optimalen Wetterbedingungen siegt. Außerdem bestand Hund Diego freudig schwanzwedelnd auf eine ausgiebige Gassirunde.

Der erste Wegabschnitt gestaltete sich rutschig und glatt, aber wen wundert das Anfang Januar? Wir streiften durch geheimnisvoll umnebelte Wälder, über kahle Felder, die kein Ende zu haben schienen, begleitet von den einsamen Rufen der Nebelkrähen. Es war märchenhaft und gespenstig zugleich, erinnerte doch alles irgendwie an das Verlaufen von Hänsel und Gretel oder an eine Sage von den Ufern des Styx.

Mitten im Wald fanden wir an einem großen Rastplatz die ersten Hinweisschilder und machten uns auf in Richtung Ortsmitte Seiffen. Wie aus einem Gemälde von Andreas Achenbach, so wirkten die orangen, toten Blätter an den Bäumen des nebelumsponnenen Waldes. Die geheimnisvolle Winterstille tat ihr Übriges dazu, so dass wir spätestens jetzt zu dem Schluss kamen, eine wirklich gute Entscheidung getroffen zu haben, trotz des Wetters loszulaufen.

Bergab folgten wir den Hinweisen zur Seiffener Kirche und den scheinbar überall auftauchenden „Kamm“-Hinweisschildern. Kurios wurde es dann an einem Baum, an dem zwei „Kamm“-Schilder befestigt waren, die gegenseitig auf sich zeigten. Hier verzweigte sich der Weg sogar noch in 4 verschiedene Richtungen und wir brauchten den Handy-Kompass und die App von Outdooractive, um den kleinen Trampelpfad zu finden, der uns weiter in Richtung Kirche führen sollte. Mir ging so durch den Kopf, dass das wieder mal typisch war: Man sieht nur das Offensichtliche, das, was man erst suchen muss, bleibt uns oft verborgen.

Schließlich gelangten wir über den Trampelpfad an eine Straße, der wir für ca. 200 m folgten, um dann auf einen wundervollen Waldweg, den sogenannten Mühlenweg, zu treffen, der ein traumhaftes Panorama über Seiffen bot. OK, er hätte ihn geboten, wenn denn nicht der Nebel gewesen wäre. Wir haben es uns einfach vorgestellt.

Nun war auch die Seiffener Kirche endlich in Blickweite. Vorbei am Skilift, der leider nicht in Betrieb war (Leider lag zu wenig Schnee.), erstreckte sich vor uns der herrliche Blick auf Seiffen. Die Nebelwolken waren noch ein Stück tiefer gesunken, aber wir verloren unser Zwischenziel – die Seiffener Kirche – nicht aus den Augen. Traumhaft war eine einzelne Laterne, die Anja spontan zum Singen bewegte. Sie stimmte das Lied „Lili Marleen“ von Marlene Dietrich an, in dem es heißt

„Wenn sich die späten Nebel drehn
Werd‘ ich bei der Laterne steh’n
Wie einst Lili Marleen.“

und Diego und ich hörten ihr schwer beeindruckt zu. Das war einfach zu passend und wunderschön.

Die letzten Meter zur Seiffener Kirche nahmen wir leichten Schrittes und so gelangten wir über das Friedhofstor zum Kircheneingang. Anja und Diego warteten draußen und ich lunzte neugierig in genau die Kirche, die auf so vielen erzgebirgischen Schwibbögen zu sehen ist. Es war ein bisschen, als würde ich in meine Kindheit abtauchen, denn das Modell der Kirche mit den darum angeordneten Kurrendekindern und den hübschen, kleinen Laternen ließen mich oft glauben, dass es so einen zauberhaften Ort gar nicht geben konnte.

Das Kirchlein ist klein und schlicht, bestückt mit Seiffener Volkskunst, den ortstypischen, bunten Laternen und edel geschnitzten Holzverzierungen. Es lohnt sich auf jeden Fall, auf der Wanderung dort inne zu halten und sich einen Moment zum Besichtigen Zeit zu nehmen.

Beim Heraustreten aus der Kirche erwarteten mich Anja und Diego mit einer großen Ladung Schnee – die himmlischen Schleusen hatten sich geöffnet und große Flocken fielen auf uns herab. Wir beschlossen, dass es Zeit für eine Pause wäre, denn das Mittagessen hatten wir nach dem leckeren Frühstück im Hotel ausfallen lassen. Da wir gerade im Ortszentrum waren, kehrten wir schnell in einem kleinen Imbiss ein. Dort gab es Kartoffeln mit Quark. Die Stärkung zahlte sich aus, der Schnee hatte nämlich ein Einsehen mit uns und hörte nach dem Essen auf zu fallen.

Wir kehrten wieder um und gingen die 200 Meter zurück zur Kirche, vorbei an den „Kussmannl’n“, die sich den ganzen Tag küssen dürfen. Außerdem blickten wir auf unserem Weg in ein Fenster, das über und über mit bestückten Streichholzschachteln gefüllt war. Das war wirklich fantastisch.

Die „Kamm“-Hinweisschilder führten uns schließlich weg von der Straße und dem Zentrum auf den Bergbaupfad, der uns mit einer atemberaubenden Pinge begrüßte. Die Freilichtbühne war leider wegen Lebensgefahr geschlossen, aber der Blick auf das imposante, von Menschen geschaffene Theater, genügte uns völlig. Wir stiegen die Treppen des Theaters empor zu einem Aussichtspunkt, der uns Seiffen zu Füßen legte. Aber, ihr könnt es euch schon denken – so richtig gesehen haben wir nichts.

Hier kreuzten wir auch die Anton-Günther-Runde, die uns eine bergbauliche Frage stellte. Was genau diese Runde ist, haben wir leider nicht herausgefunden, aber vielleicht könnt ihr uns ja in den Kommentaren weiterhelfen. Es muss auf jeden Fall etwas mit GPS-Koordinaten zu tun haben, denn diese standen immer hinter den möglichen Antworten.

Weiter ging’s oberhalb des Theaters, dann raus aus der Stadt und auf einen sehr langen, weißen Feldweg, den Ahornbergweg. Vor uns weißer Nebel, hinter uns weißer Nebel und nur der Weg lag vor uns. Ich hatte kurz eine Nahtod-Fantasie, von wegen „ins Licht gehen“ und so, aber zum Glück hat mich Anja wieder auf den Boden der Tatsachen geholt.

Diego rannte vor uns her wie ein überdrehter Schneehase. Er genoss die Weite sichtlich und verschmolz beinahe mit der Landschaft, weil er ja selbst so weiß ist. Anja nutzte seine Ausgelassenheit für eine kleine Rangelei – der Schalk stand dem kleinen Polarfuchs förmlich in die Augen geschrieben.

Unser Weg führte uns weiter fort von der Zivilisation. Der Nebel wurde immer dichter und hatte sich auch noch einmal tiefer in das Tal gesetzt. Wieder säumte das mystische Zwielicht und die einsamen Rufe der Nebelkrähen unseren Weg. Kahle Bäume tauchten schattenhaft aus der weißen Tiefe vor uns auf und verschwanden auch wieder so schnell, wie sie gekommen waren.

Wir erfreuten uns an dieser surrealen Landschaft und Anja stellte fest, dass man auch ohne Sonnenlicht Endorphine tanken konnte, einfach nur durch das Draußensein bei Tageslicht und an der frischen Luft. Wir passierten das Freilichtmuseum, querten die Hauptstraße und bogen dann ab in Richtung Waldgasthof Bad Einsiedel. Wir überlegten, ob wir uns dort noch einen heißen Kakao gönnen sollten, machten das aber abhängig von der Zeit.

Diego bekam jetzt sein Leuchtbändchen um, denn in dem weiß verschneiten Wald und dem dicken Nebel wäre er uns sonst verloren gegangen.

Am Waldgasthof war der Nebel so dick und die Zeit so weit fortgeschritten, dass wir uns entschieden, gleich weiter zu laufen. Es lagen noch gute 5 km vor uns und wir waren schon leicht besorgt, dass wir vor dem Einbruch der Dunkelheit ankommen würden. In dem dichten Nebel wollten wir lieber nicht bei Finsternis umherirren.

Der Weg führte uns weiter durch den traumhaften Winterwald, bis wir auf ein Feld gelangten, an dem es wieder auf die Straße zum Schwartenberg gehen sollte. Da standen wir erst einmal vor einem Zaun, der uns am Weitergehen hinderte. Ein Hoch auf die Technik – die Outdooractive-App mit der Standortkarte half uns auch hier und so gelangten wir unversehrt auf die Straße zum Schwartenberg.

Der Wind pfiff stark und die Umgebung ließ uns vermuten, dass wir irgendwo „Oben“ sein mussten. Der Nebel hatte alles verschlungen und war so dicht, dass ich kurz das Gefühl hatte, in einer weißen Wolke zu stecken. Unsere Nasen liefen im Dauerbetrieb und Anja hatte zum Glück genug Taschentücher für uns eingepackt. Es war eisig kalt. Kleine Nebeltröpfchen sammelten sich auf unserer Kleidung und pieksten unsere roten Gesichter.

Unterwegs lasen wir noch, dass die Schwartenberg-Baude gerade Betriebsruhe hat, so hatte sich das auch dort mit dem Kakao erledigt. Wir philosophierten darüber, ob wir jemals wieder aus dem Nebel kommen würden, so dicht wie er war. Zum Glück gab es die letzten paar Meter zur Baude noch mal einen schönen Anstieg, der uns wieder die Wärme in unsere ausgekühlten Körper trieb. An den nur temporär funktionierenden Gesichtsmuskeln hat das leider nichts geändert.

Rotköpfig, mit eingefrorenen Wangen, nassen Klamotten und hechelnd kamen wir schließlich an der Schwartenberg-Baude an und uns war eines klar: Es konnte nur noch abwärts gehen. 🙂

Die warme Dusche im Hotel lockte uns mit verführerischem Rufen und so nahmen wir die 2,5 km Wanderung zur Ortsmitte Seiffen auf, um dem Ruf schnellstmöglich zu folgen.

Wir landeten an einem riesigen „Kamm“-Hinweisschild und überlegten, ob es sowas wie Nebelwahn gab, denn wir hatten das Gefühl, heute schon überall einmal gewesen zu sein. Alles sah weiß und gleich aus.

Irgendwann sahen wir endlich das Licht – nun aber wirklich. Da es das Ende der Seiffener Weihnacht war, erstrahlte der ganze Ort in all seiner Pracht. Überall brannten Schwibbogen, Weihnachtsbäume und Lichterketten und führten uns mit ihrem bunten Strahlen aus dem mittlerweile dunklen Wald heraus. Die Zeit war fortgeschritten und der Abend war durch den dicken Nebel noch schneller angebrochen, als er das um diese Jahreszeit sowieso schon tat.

Mein mulmiges Gefühl legte sich. Ich sah uns nicht mehr umherirrend durch die Seiffener Peripherie wandern und freute mich einmal mehr auf das warme Hotel.

Wir genossen den Weg durch das Spielzeugdorf Seiffen und fühlten uns zum Abschluss unsere Wanderung noch einmal märchenhaft belohnt, waren wir doch in ein Lichtermeer aus erzgebirgischer Volkskunst und liebevoll geschmückten Häusern getaucht.

Am Hotel angekommen, schlüpften wir beide in unsere Zimmer und gönnten uns eine heiße Dusche. Diego wurde ebenfalls geduscht, war er doch durch den ganzen nassen Matsch unterwegs zu einer zweifarbigen Hunderasse mutiert – Oberstübchen weiß, Unterboden schwarz.

Frisch geduscht und aufgewärmt mit schöner, trockener Kleidung liefen wir aber gleich noch einmal zurück in die Ortsmitte. Das ist ein Fußmarsch von 15 min und der hat sich für uns an diesem Abend richtig gelohnt.

Wir kehrten in die wunderschöne Gaststätte „Zum Holzwurm ein und bekamen dort ein köstliches Belohnungsmahl – lauwarmer Ziegenkäse mit Honig & Thymian gratiniert und marinierte Blattsalate mit Birnenspalten, Walnüssen und Cranberries. Klingt das nicht himmlisch? Ich sag’s Euch, das war es auch. Eine echte Empfehlung, wenn ihr einmal in Seiffen seid.

Das Restaurant wurde liebevoll ausgebaut und sieht einfach urig und wunderschön aus, mit vielen Volkskunstartikeln aus dem Ort und leuchtenden Sternen, die wieder die Erinnerungen an die Märchen aus der Kinderzeit aufkommen ließen.

Gesättigt und seeeehhhhhr zufrieden mit uns ging es zurück ins Hotel. Ein traumhafter Tag ging zu Ende und wir trafen den Entschluss, unbedingt noch einmal bei schönerem Wetter wiederzukommen.

FAZIT: Der Rundwanderweg „Rund um Seiffen und den Schwartenberg“ ist herrlich abwechslungsreich mit vielen lohnenden Zwischenstationen, wie die Seiffener Kirche, die Freilichtbühne oder die Schwartenbergbaude. Die Wege sind größtenteils fernab von der Straße und damit wunderbar zum entspannten Wandern geeignet. Viele Aussichtspunkte bieten allerhand Perspektiven auf Seiffen und seine Umgebung.

Absolut empfehlenswert – vor allem, wenn es gerade mal keinen Nebel gibt. 🙂

Hier ist noch der Link zur Wanderroute bei Outdooractive: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/erzgebirge/tagestour-kammweg-09-rund-um-seiffen-und-den-schwartenberg-13km/4186783/
Wir sind nicht am Freilichtmuseum, sondern am Hotel „Wettiner Höhe“ gestartet, aber das sollte kein Problem sein, da es ja ein Rundweg ist.

Und nun viel Spaß beim Nachwandern!

Extraschaaaf wird HERZGÄNGER

Extraschaaaf wird HERZGÄNGER

Nichts ist so beständig wie die Veränderung und so ist es auch bei uns beiden. Anja und ich haben unser kleines Unternehmen neben unseren Hauptaufgaben geführt und viel Herz und Zeit hineingesteckt. Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, dass wir zu wenig Zeit für unsere besonderen Schafwollprodukte haben.

Was uns die letzten Jahre aber immer zusammengeführt und für unsere Produkte inspiriert hat, waren unsere Wanderungen durch unser schönes Erzgebirge oder durch den ein oder anderen wanderbaren Landstrich außerhalb unserer Region. Wir lieben unser Erzgebirge – Anja ist aus Bayern hergezogen und will nie wieder weg. Für mich ist es schon immer die „Haamit“ (Heimat) gewesen und wird es hoffentlich auch bleiben, denn es ist einfach wunderschön hier.

Also haben wir Anfang 2020 den Entschluss gefasst, unsere Ausrichtung und unseren Namen zu ändern. Aus Extraschaaaf wird nun HERZGÄNGER und wir werden Euch in Zukunft über die schönsten Wandernstrecken in unserem Erzgebirge oder auch woanders informieren.

Begleitet uns auf unseren Touren, entdeckt das (H)Erzgebirge durch unsere Augen und vielleicht begleitet ihr uns ja auch mal ein Stück?

Glück auf von Herzen – Anja, Luise und natürlich Diego

Testbericht unserer spanischen Reiterin

Testbericht unserer spanischen Reiterin

Im Januar 2018 übergaben wir Romina Seifert ein paar unserer Extra-Schaaaf-Produkte zum ausgiebigen Testen bei Ihrer Arbeit mit den Pferden. Über ein Jahr ist seitdem vergangen und Romina hat alles auf Herz und Nieren geprüft. Hier kommt ihr Bericht, für den wir uns schon jetzt gang herzlich bedanken:

Liebes Team von Extra Schaaaf,
Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und ich möchte den neuen Schwung nutzen, um euch meinen Testbericht zukommen zu lassen.
Ein Jahr lang habe ich die Lodenjacke „schaaafe Julia“, die Weste und einen Schal auf Herz und Nieren in meinem täglichen Stallaltag bei Wind und Wetter getestet.Wir haben an unserem Stall keine Reithalle, deshalb lege ich großen Wert auf ordentliche Kleidung, um meine Pferde bei jedem Wetter vernünftig arbeiten zu können.
Mein Fazit möchte ich euch für jedes Produkt einzeln zukommen lassen.

Ich möchte als erstes mit der Jacke beginnen. Sie ist mein absoluter Favorit und ein richtig liebgewonnenes Kleidungsstück. Egal ob beim Reiten, Ausmisten oder bei der Bodenarbeit. Besonders positiv finde ich ihre Wind-und Wetterbeständigkeit. Da ich täglich in den unterschiedlichsten Disziplinen mehrere Pferde arbeite, lege ich großen Wert auf eine hohe Belastbarkeit und Robustheit der Textile. Endlich eine Jacke in der man nicht schwitzen oder frieren muss. Durch die gute Klimatisierung des Materials ist es ohne Probleme möglich lange Ausritte, auch wenn es regnet, ohne Frieren und ohne darunter nass zu werden zu bewältigen.
Kurzum, für mich ist die Jacke nicht mehr wegzudenken.
Am Ende des Tages reicht zur Reinigung ein einfaches Abbürsten und etwas Auslüften lassen.

Als nächstes möchte ich zu der Weste kommen.
Ich muss gestehen, da ich nicht gerne Westen trage und es am Anfang für mich etwas gewöhnungsbedürftig war, ist sie mein Favorit für die wärmeren Tage im Jahr. Durch die Eigenschaften der Schurwolle habe ich mich wohl gefühlt und nicht geschwitzt.
Um die 20 Grad und mit einem T-Shirt darunter perfekt und sehr angenehm zu tragen.
Bei den Temperaturen im Sommer 2018 war allerdings dann doch ein Bikini ausreichend.
In der Übergangszeit, wo man manchmal nicht richtig weiß was man tragen soll kann ich die Weste nur empfehlen. Sie ist je nach Belieben eben einfach gut kombinierbar, egal ob mit einem Hoodie oder mit einem T-Shirt.

Zum Abschluss noch der absolute Top Tipp für die kalten Tage.
Der Schal ist mein „must have“ im Winter wenn es so richtig stürmt und schneit.
Er ist einfach super angenehm zu tragen und hält wahnsinnig warm.
Was ich sehr positiv bemerken muss, ich habe ihn mir direkt vors Gesicht gewickelt, sodass Mund und Nase mit drin waren und ich habe keine Feuchte gespürt. Das mag salopp klingen aber der Ein oder Andere weiß bestimmt was ich meine.
Es ist kein schönes Gefühl wenn Mund und Nase am Schal kleben und alles irgendwie so nass und unangenehm ist. Deshalb ist der Schal aus meinem reiterlichen Winter nicht mehr wegzudenken.

Als letzte Anmerkung möchte ich die optische Komponente noch erwähnen. Da ich irgendwie doch ein typisches Mädchen bin, finde ich den Saum in fuchsia richtig passend zur dunkelgrauen Schurwolle. Der Kontrast macht es eben einfach schick.
Wer möchte im Stallalltag nicht stylisch gekleidet sein, ohne dass man gleich jeden kleinen Schmutzfleck sieht.

Abschließend möchte ich einfach einmal meeegggaaaa Dankeschön sagen, dass ich eure tollen Produkte testen durfte und muss sagen: „Alle Produkte haben aus meiner Sicht den Test überdurchschnittlich gut bestanden“. Mich habt ihr überzeugt!
Jeder der Wert auf hochwertige und funktionelle Produkte legt weiß, dass der finanzielle Aspekt hier gut investiert ist. Man möchte ja schließlich nicht mehrmals kaufen.

Also ihr Lieben, bitte macht weiter so und ich hoffe und wünsche
Beste Erfolge
Team „Español „ aus dem Erzgebirge

Zirkuslektion - Romina steigt auf Gavilan